Doku: #JuFo 2021: Partizipation und Teilhabe (ein Beitrag von Helene aus der JUP! Redaktion)

Was müsste passieren, damit Berliner Jugendliche mehr Mitspracherecht in der Politik haben? Einige gesammelte Vorschläge aus dem Ausschuss Partizipation und Teilhabe des Berliner Jugendforum 2021 im Überblick.

Es braucht neue Beteiligungsformen für Kinder und Jugendliche

Parteien sprechen junge Menschen kaum noch an. Überalterte Strukturen, langwierige Prozesse und Kompromisse machen Parteien für viele Jugendliche unattraktiv und führen zu wenig Engagement in der Parteienlandschaft. Stattdessen versuchen sich junge Menschen bei NGOs oder in sozialen Bewegungen einzubringen. Fridays for Future, Amnesty International und #BlackLivesMatter sind nur einige Beispiele.

Dort gibt es flache Hierarchien und es geht um Themen, die junge Menschen bewegen. Doch weil Politik immer noch in Parlamenten gemacht wird, braucht es neue Beteiligungsformen für Kinder und Jugendliche.

Das Wahlrecht ab 16 in Berlin ist dafür natürlich ein wichtiger Schritt. Schließlich wird im Berliner Senat über Bildungspolitik entschieden, die betroffenen Schülerinnen dürfen jedoch nicht wählen. Außerdem würde ein Wahlrecht ab 16 die Auseinandersetzung mit und das Interesse an demokratischen Prozessen verstärken. Das sollte ja wohl im Interesse aller demokratischen Politikerinnen sein.

Kinder und Jugendparlamente würden die Jugendbeteiligung stärken

Auch Kinder und Jugendparlamente würden die Jugendbeteiligung stärken und jungen Menschen in der Politik eine Stimme verschaffen. Im Parlament können Jugendliche Demokratie hautnah erleben. Kandidieren, Abstimmen und Vorschläge einbringen, wie „richtige“ Politiker*innen. Das bereits existierende Kinder- und Jugendparlament in Charlottenburg-Wilmersdorf zeigt, wie es Berlinweit funktionieren könnte. Die Grundlage für eine aktive demokratische Partizipation ist nicht zuletzt gute Bildung. Mit spannenden Projekten im Politik-Unterricht oder in anderen Fächern können Jugendliche lernen sich für ihre Belange einzusetzen und sich damit selber eine Stimme verschaffen.

Der Ausschuss „Partizipation & Beteiligung“ des Berliner Jugendforum 2021 fordert deshalb Kinder- und Jugendparlamente in allen Bezirken.

Das Berliner Jugendforum ist ein guter Anfang. Für eine wirkliche Veränderung braucht es aber einen nachhaltige(re)n Dialog

Ebenso bietet das Berliner Jugendforum eine gute Möglichkeit, um mit Politiker:innen ins Gespräch zu kommen und eigene Ideen einzubringen. Doch dass die diesjährige Veranstaltung des Berliner JugendFORUM 2021 vom Berliner Senat auf einen Freitag um 11 Uhr gelegt wurde, zeigt einmal mehr, dass Politiker:innen die Lebensrealität von Jugendlichen nicht erfasst haben.

Schüler:innen und Studierende haben zu dieser Uhrzeit Unterricht und Seminare. Azubis, FSJler:innen und Arbeitende müssen sich extra frei nehmen, um an der Veranstaltung teilnehmen zu können. Es gibt also noch viel Gesprächsbedarf und Veränderungspotenzial.

Damit zum einen politische Veranstaltungen, die darauf abzielen, dass Jugendliche sich beteiligen und ein Dialog zwischen Politik und Jugend hergestellt wird, jugendgerechter werden. Zum anderen aber insbesondere vor allem auch die Politik selbst. Das Berliner Jugendforum ist auf jeden Fall ein guter Anfang, um miteinander in den Dialog zu treten.

Doch für eine wirkliche Veränderung braucht es neben einem nachhaltige(re)n Dialog auch konkrete Aktionen und Verabredungen seitens der Politik, damit Jugendliche sich auch tatsächlich an der Gestaltung der Gesellschaft beteiligen können.


Vielen Dank an die jup!-Redaktion für diesen tollen Beitrag. Weitere interessante Beiträge findet ihr auf der Seite und im Blog von jup.berlin.

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