Liebe Community des Berliner jugendFORUMs,

ich bedanke mich noch einmal herzlich für das engagierte und offene Gespräch mit Ihnen, den Vertreterinnen und Vertretern der Community des Berliner jugendFORUMs, am 18. April in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Es hat mich sehr gefreut, dass Sie so zahlreich meiner Einladung gefolgt sind und wir uns gemeinsam mit dem Parlamentspräsidenten des Abgeordnetenhauses Herrn Wieland über Ihr schriftliches Statement „AFD auf dem #jufo18“ austauschen konnten.

Sie haben mir ausführlich Ihre differenzierte Position zu diesem Thema dargelegt und Ihre Argumente und Entscheidung erläutert, weshalb Sie auf eine Einladung von Politikern und Politikerinnen der Partei der Alternative für Deutschland (AFD) und ihrer Jugendorganisationen - insbesondere bei den Diskussionsrunden - verzichten.

In dem Gespräch und Ihrem Statement haben Sie betont, dass „das Berliner jugendFORUM sich als ein offenes, respektvolles und wertschätzendes Jugendbeteiligungsprojekt versteht“ und dies ein Ort des gleichberechtigten Austauschs zwischen Jugendlichen und politischen Entscheidungsträgern sei, an dem kein rassistisches, sexistisches, homophobes und anderes diskriminierendes Verhalten geduldet wird. Erfahrung von Demokratie sei nur in diesem geschützten Raum möglich, in denen die demokratische Werteordnung uneingeschränkt besteht. Diesen geschützten Raum sehen Sie als gefährdet an, wenn auf der Veranstaltung Personen
sich ausgrenzend gegenüber Minderheiten verhalten und Meinungen jenseits des
demokratischen Wertekanons vertreten. Sie haben Ihre Erörterungen auch mit Beispielen
belegt.

Diese Aussagen kann ich inhaltlich sehr gut nachvollziehen. Ich schätze und respektiere Ihren differenziert geführten Meinungs- und Beteiligungsprozess.

Als Senatorin für Bildung, Jugend und Familie bin ich aber der Meinung, dass
alle im Abgeordnetenhaus von Berlin vertretenen demokratisch gewählten Parteien, auch die AFD, das Recht haben an einer aus öffentlichen Mitteln - d.h. aus Steuergeldern - geförderten Veranstaltung teilzunehmen.

Mir ist es wichtig, dass das JugendFORUM offen ist für alle Jugendlichen aus dieser Stadt, die sich an dem Diskurs mit den Politikerinnen und Politikern der Bezirke, des Landes, des Bundes und der EU beteiligen möchten. Deshalb sollte eine größtmögliche Beteiligung aller Gruppen und Initiativen an dieser öffentlichen Veranstaltung ermöglicht werden und ein breites Spektrum von engagierten Jugendlichen ihre Perspektive in den Austausch mit der Berliner Politik einbringen können und dabei die Chance haben, sich ein Bild von den politischen Entscheidungsträgern aller Parteien zu machen.
Ich bitte Sie deshalb, unseren geführten Diskurs in Ihren weiteren Planungsprozess zur Ausgestaltung der Veranstaltung miteinzubeziehen.

Mit freundlichen Grüßen
Sandra Scheeres
Senatorin für Bildung, Jugend und Familie

Der Brief als Scan
Fotocredit: SPD Berlin/ Joachim Gern

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